Musiktherapie als Angewandte Musikpsychologie im Sinne von Ruth Cohns nachträglicher Pädagogik und von Ton-Psychologie befasst sich

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 einerseits mit  MUSIKpsychologie als Mischung der musikalischen Substanzen, so dass der musikinhärente Gehalt sowohl analysiert als auch beim Singen und Musizieren erzeugt werden kann, und

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 andererseits  mit MusikPSYCHOLOGIE als gezielter und feindosierter Verabreichung solcher auf den Patienten hin ausgerichteten Art des Singens und Musizierens (Interpretation als funktionale Verwendung von Musik).

Wie ein Apotheker, ein Schamane, eine Kräuterhexe oder ein Alchimist, mit denen frühe Heilkundler vor Erfindung der Pharmazie und Musikindustrie viel gemeinsam haben, es versteht, die Substanzen so zu mischen, dass sie gezielte Heilwirkung haben, so müsste ein professioneller Musiktherapeut die musikalischen Wirksubstanzen kennen, die jedoch einerseits erst in ihrer genau dosierten kompositorischen Mischung von Grammatik und Semantik die beabsichtigte Wirkung entfalten, deren effektive Wirkung jedoch keineswegs nur vom Was? (Komposition), sondern maßgeblich vom Wie? (Interpretation bzw. Pragmatik als dritte Kategorie der Semiotik als Lehre von den Zeichensystemen) abhängt, wozu der Adressat (Patient, Klient) als das seine eigene Musik repräsentierende Individuum unter musikspezifischen Kriterien diagnostiziert werden muss.

Es versteht sich von selbst, dass dazu nicht nur musikwissenschaftliche und heilkundliche Kenntnisse und Erfahrungen notwendig sind, um sie Weiterbildungsteilnehmern zu demonstrieren und nachvollziehbar zu vermitteln, sondern solche Kenntnisse nicht aus Büchern erworben werden können, sondern nur aufgrund lebenslangen Analysierens von auch ganz einfachen Musikstücken und hellwachen Hinhörens auf die Art wirkungsvoller Interpretation durch gute Musiker jedes Genres von Musik und vor allem auch im eigenen Umgang mit Musik beim Konzertieren im Konzertsaal, im Gestalten von Tanzveranstaltungen und Gottestdiensten ebenso wie beim Unterrichten von Schülern, indem Musik als Freude, Stimmung und Gefühlspotential erlebbar gemacht wird, und insbesondere beim Singen und Musizieren mit Patienten, die dann mehr und mehr mit anderen Ohren Musik hören und ermutigt werden sollen, zu jedwede Art von Musik ermöglichenden Instrumenten zu greifen, um selbst jene ihnen gut tuende Heilkraft erzeugen zu können, gemäß Robert Schumann in seinen "Musikalischen Haus- und Lebensregeln": "Licht senden in die menschlichen Herzen - des Künstlers Beruf."   

Das Weiterbildungsstudium Musiktherapie findet alternativ statt:

an 20 - 22 Wochenenden über vier Semester zu 1.400 € im Semester
(Freitag, ab 18 Uhr, bis Sonntag, 15 Uhr)

oder

als 4 - 5 Kompaktintensivwochen zu 1.200 € pro Woche
(Montag - Freitag, zwischen 8 - 21 Uhr, auf Wunsch mit änderbaren Zeiten)

oder

auch als Kombination der beiden Formen, was aber Unruhe in die festen Gruppen der viersemestrigen Form bringt und die Lehre verkompliziert, da immer beachtet werden muss, was der jeweilige Teilnehmer schon gelernt hat. Die Kombination wird daher je nach Umfang bis zur normalen Studiengebühr für die Wochenendseminare berechnet, was manch einer gerne in Kauf nimmt.

Beide Angebote werden hauptsächlich in Form von Selbsterfahrung auf der Grundlage der notwendigen, zuhause zu studierenden Lektüre durchgeführt. Die erworbenen Kenntnisse und Techniken sollen bis zum nächsten Treffen zuhause trainiert und im täglichen Leben auf ihre Anwendbarkeit überprüft werden. 

Wer nur Spezialkenntnisse erwerben will oder auf die Annahme der Bildungsprämie angewiesen ist, kann eine auf seine Kenntnisse aufbauende spezielle
Weiterbildung in einem Teilgebiet der Musiktherapie an 4 Wochenenden zu 1.000 € oder in 1 Woche zu 1.000 € erhalten, z. B. zum Klang-, Rhythmustherapeuten, Singleiter usw. oder zur Musiktherapie bei ADHS, Autismus, affektiven Störungen, Demenz usw. oder in rezeptiver Musiktherapie oder zu Improvisationsformen mit Gitarre, Klavier usw. oder zu Entspannungsverfahren und Imaginationstechniken mit Musik usw.

Das auch während der Woche nutzbare 290 m² große freistehende Akademiegebäude liegt ruhig an einem kleinen Bach und ermöglicht Musizieren zu jeder Zeit, selbst bei Nacht. Ein frisch renoviertes Doppelzimmer bietet kostengünstige Übernachtung. Die Teilnehmer erhalten für das Gebäude einen Schlüssel, so dass sie ihre Freizeit, Mahlzeiten und das Übernachten darin selbst organisieren können. Vorhanden sind zwei Küchen mit Spül- und Waschmaschinen und auch Duschen mit heißem Wasser. Lediglich Handtücher und die persönliche Bettwäsche sollten mitgebracht werden. Das Übernachten im Einzelzimmer kostet 15 € pro Nacht. Wer mehr Luxus möchte, kann in das nahegelegene Hotel umziehen. Ein Damenfahrrad wird kostenlos zur Verfügung gestellt. Auch können Instrumente entliehen werden.

Warum die Kosten so günstig sind? Alle Einnahmen werden dem am 16.4.1984 von Studierenden, Professoren und lehrbeauftragten Chefärzten in der Universität Münster gegründeten Förderverein "Musiktherapie gem.e.V." vollständig zur Verfügung gestellt. Wir lehren großenteils unentgeltlich, weil wir Freude daran haben, unsere in Jahrzehnten in Forschung und Lehre erworbenen und vielfach bewährten praktischen Kenntnisse strebsamen Interessenten zum Wohle leidender Menschen weiterzugeben.

Themenbereiche:

Aufgrund der jahrzehntelangen Erfahrung der beteiligten Professoren in Forschung, Lehre und therapeutischer Praxis werden alle für die unterschiedlichen musiktherapeutischen Berufsfelder wichtigen Themen gelehrt und anhand dieser die Voraussetzungen und Interessen der Teilnehmer praxisorientiert eingebunden.

Körperanalyse und Bewegungsrepertoire, Bewegungsbeobachtung und Bedeutungsanalyse, Bezüge zu Körper- und systemischen Therapien, Stimme

Musiktherapie als handlungsaktivierende Angewandte Musikpsychologie:

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Rezeptive Musiktherapie: wahrnehmungsbezogene Musikanalyse; ergo-, trophotrope und taraktische Musik.

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Aktive Musiktherapie: Stimme, Lied und Singleitung; Umgang mit elementarem Instrumentarium;
Anleitung zu den verschiedenen Arten musikalischer Improvisation.

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Musiktherapie - Klangtherapie.

Künstlerische Musiktherapie in klinischen, psychologischen und heilpädagogischen Praxisfeldern (s. "Musik in der Heilkunde")

Wahrnehmungspsychologie auf der Grundlage der Angewandten Kunstpsychologie: Synästhetische Erfahrungen; Grundlagen bildnerischen Gestaltens, Bildanalyse, Bewegungszeichnen, Musikmalen; künstlerischen Therapien angemessene Sprach- und Sprechtechniken

Psychotherapie:

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 Modelle psychotherapeutischer Arbeit mit ausgewählten Zielgruppen und Methoden auf phänomenologischer und neurobiologischer Grundlage,

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 Kenntnisse in ausgewählten Gebieten der Medizin, Psychiatrie und Neurologie, Psychosomatik und klinischer Psychologie, der Entwicklungspsychologie, beruflicher und familiärer Problematiken, der Gesprächsführung und Verhaltensbeobachtung und im Umgang mit verschiedenen Alters- und Berufsgruppen

Praxis (Praxislabor und Praktikum/Supervision): Fähigkeit zur Anwendung von Theorie und Praxis musiktherapeutischer Methodik in therapeutischen Arbeitsfeldern einschließlich von Kenntnissen in organisatorischen und rechtlichen Fragen sowie des Wissens um die aktuelle Situation der künstlerischen Therapien.

bei Kombination mit Tanztherapie zusätzlich:

Tanztherapie als künstlerische Angewandte Tanzpsychologie: Tanztechnik (bes. Zeitgenössischer Tanz), Kennenlernen tänzerischer Äußerungsmöglichkeiten und (bei Interesse auch ethnischer) Stile, Improvisation und Gestaltung.

Auch die Kombination mit Kunsttherapie ist möglich.

Die Zertifizierung durch die Ärztekammer und Psychotherapeutenkammer wird auf Wunsch zu den jeweiligen Terminen beantragt.
Fortbildungspunkte vergibt auch der Berufsverband für Künstlerische Therapien BKT g.e.V.

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